Viele große und renommierte Automarken arbeiten intensiv an Innovationen. Ganz sicher im Bereich des elektrischen Fahrens, denn es handelt sich hier nicht nur um die Mobilität der Zukunft, sondern auch um ein Feld, in dem noch viel Nachholbedarf besteht. In diesem Zusammenhang bietet sich ein Blick auf das bidirektionale Laden bei Mercedes an. Welche Möglichkeiten gibt es bereits und warum passen Mercedes und bidirektionales Laden so gut zusammen?
Kann man seinen Mercedes aktuell bidirektional laden?
Der Mercedes EQS verfügt über eine bidirektionale Ladefunktion, allerdings handelt es sich hierbei um das in Japan eingeführte Modell. Das klingt vielleicht etwas seltsam, hat aber alles mit dem Ladestecker zu tun. Der in Asien weit verbreitete ChaDeMO-Stecker verfügt über eine Funktionalität im Stecker, die ein bidirektionales Laden ermöglicht. Eine Option, die im in Europa üblichen CSS-Plugin nicht zu finden ist. Der Mercedes EQS SUV und der Mercedes EQE sind mit der gleichen Technologie ausgestattet und da die Möglichkeiten schon länger untersucht werden (und ISO 15118-20 mittlerweile möglich ist), können wir davon ausgehen, dass es bald auch Mercedes-Modelle geben wird, die das bidirektionale Laden in Europa ermöglichen.
Mit diesen Mercedes-Modellen können Sie jetzt bidirektional laden
Zum jetzigen Zeitpunkt hat Mercedes kein einziges Modell auf dem europäischen Markt, das für das bidirektionale Laden geeignet ist. Zur Netzrückspeisung sind nur die Modelle EQE und EQS mit ChaDeMO-Anschluss fähig und diese Varianten wurden bisher nur in Japan vermarktet.
Bidirektionales Laden und Mercedes, zwei Seiten derselben Medaille?
Mercedes ist für seine hochwertigen Luxusautomodelle bekannt, die so gut sind, dass sie sogar als Taxis eingesetzt werden und buchstäblich Hunderttausende von Kilometern zurücklegen, bevor sie Probleme entwickeln. Noch attraktiver wird es, wenn wir uns die Elektromodelle von Mercedes anschauen. Die großen Batteriepakete sorgen dafür, dass die Mercedes-Modelle trotz ihrer Größe und ihres Gewichts über eine beachtliche Reichweite verfügen.
Darüber hinaus muss beim bidirektionalen Laden fast immer die Größe des Batteriepakets berücksichtigt werden, da das Elektrofahrzeug im Wesentlichen zu einer Heimbatterie auf Rädern wird. Die großen, leistungsstarken Batterien von Mercedes sorgen dafür, dass ein durchschnittlicher Haushalt mehrere Tage lang ohne Netzanschluss mit Strom versorgt werden kann. Da viele Mercedes-Modelle als Geschäftswagen genutzt werden, ergeben sich hier insbesondere für Unternehmen mit einem täglichen hohen Stromverbrauch zahlreiche Möglichkeiten.
Bidirektionales Laden künftig mit Mercedes
Mercedes hat in Sachen Elektromobilität Großes vor. Nicht nur versprach der deutsche Autobauer im vergangenen Jahr, maßgeschneiderte Lösungen für spezifische Kundensituationen zu entwickeln, es sollen auch innerhalb kurzer Zeit Modelle auf den Markt kommen, die über eine Reichweite von mehr als 750 Kilometern verfügen, alle mit 300 kW laden können (DC-Laden) und zudem für das bidirektionale Laden geeignet sein.
Experten sehen hier sofort ein enormes Potenzial, denn das große Batteriepaket sorgt zusammen mit der hohen maximalen Ladegeschwindigkeit dafür, dass sich im Bereich des bidirektionalen Ladens bei Mercedes zahlreiche Möglichkeiten ergeben. Nun ist nur noch die Frage, ob die restlichen Entwicklungen mit den Plänen von Mercedes mithalten können, denn ohne Anpassungen im Netz und einen deutlichen Ausbau der Ladestationen für das bidirektionale Laden könnte es für die Innovationen von Mercedes ein schwieriges Unterfangen werden. Vielleicht sind die Mercedes-eigenen Schnellladestationen bereits ein Schritt in die richtige Richtung.