Die Erwartungen an die Nachhaltigkeitsziele für die kommenden sechs Jahre bis 2030 waren hoch. Mit einem Kabinett aus PVV, VVD, NSC und BBB waren die Erwartungen schon etwas geringer, und das erwies sich als richtig, denn der Koalitionsvertrag enthält viele unterschiedliche Punkte, aber in Bezug auf die Nachhaltigkeit von Wohn- und Geschäftsgebäuden scheint die Führung vom Markt selbst kommen zu müssen. Eine wirkliche Beschleunigung der Entwicklungen werden wir von Den Haag aus in den nächsten Jahren jedenfalls nicht erleben. Was steht im Koalitionsvertrag und was können Sie tun, wenn Sie Ihr eigenes Unternehmen nachhaltiger gestalten möchten?
Keine zusätzlichen Nachhaltigkeitsregeln vom Staat selbst
Neue, zusätzliche Nachhaltigkeitsregeln für den Neubau sind im Koalitionsvertrag nicht enthalten. Es gibt jedoch viele Pläne, den verfügbaren Raum besser aufzuteilen und zu nutzen und die Lebensqualität in den Niederlanden zu verbessern, unter anderem durch mehr Raumplanung und mehr Grün in städtischen Gebieten.
Dies bedeutet, dass innerhalb des Neubaus selbst, wie erwartet, keine zusätzlichen Nachhaltigkeitsmaßnahmen ergriffen werden. Große Unternehmen und Organisationen, darunter auch die DGBC selbst, weisen jedoch darauf hin, dass auf dem Markt selbst mehr als genug Ambitionen vorhanden sind. Dies könnte ein Grund dafür sein, dass sich die Regierungsparteien entschieden haben, dieses Thema aus dem Koalitionsvertrag herauszuhalten. Dem steht allerdings die (teilweise) Berücksichtigung der EU-Ziele entgegen.
An dieser Stelle sei erwähnt, dass es einen guten Grund dafür gibt, warum sich das Kabinett nach rund 170-tägigen Beratungen gegen die Einführung neuer Nachhaltigkeitsregeln entschieden hat. Geplant ist der Bau von mindestens 100.000 Wohnungen pro Jahr und ein koordinierender Minister, der dafür sorgen soll, dass bald jeder Niederländer ein Dach über dem Kopf hat. Es besteht daher die reale Möglichkeit, dass man sich längerfristig für zusätzliche Nachhaltigkeitsregeln im Hinblick auf den Bau nachhaltiger Wohnungen entscheidet, allerdings muss zunächst die Wohnungsknappheit deutlich reduziert werden, da sonst Neubauten (von Wohnungen, die zu einem späteren Zeitpunkt wahrscheinlich erneut angepasst werden müssen) der Vorzug gegeben wird.
EU-Ziele werden aufrechterhalten
Die Zielsetzungen der EU werden in den Koalitionsvertrag einfließen und dem Kabinett als Richtschnur für seine Pläne dienen, wenn es um die Reduzierung des Erdgasverbrauchs, die Senkung des CO2-Ausstoßes im Neubau und letztlich sogar um die im Neubausektor schon deutlich länger diskutierte CO2-Neutralität der Gebäude geht.
Es handelt sich dabei allerdings nicht um neue, überraschende Pläne oder Ziele. Tatsächlich handelt es sich dabei um ein Thema, das schon seit Langem auf der Tagesordnung stand und dem man in Den Haag bereits zugestimmt hat (da die Niederlande noch immer Teil der Europäischen Union sind).
Die Rolle der Immobilieneigentümer bei der Klimaanpassung
Klimaanpassung ist ein Schlüsselkonzept des Koalitionsvertrags, in dem es vor allem um die Balance zwischen Nachhaltigkeit und Finanzierbarkeit geht. Diese Klimaanpassung zeigt sich in der Verstärkung von Flüssen und Deichen, den Nachhaltigkeitsplänen im Bereich Erdgas (obwohl dieses Kabinett eigentlich mehr Erdgas in der Nordsee fördern will) und der CO2-Reduzierung.
Auch Immobilieneigentümer müssen mit anpacken, denn die Niederlande stehen vor einer großen Herausforderung. Einer der größeren, übergreifenden Pläne besteht darin, Energieunabhängigkeit aufzubauen, also eine Situation, in der die Niederlande nicht oder kaum von Elektrizität aus anderen Ländern abhängig sind. Um dies zu ermöglichen, muss der Energieverbrauch in den Niederlanden deutlich gesenkt und/oder mehr Strom von den Immobilieneigentümern selbst erzeugt werden.
Daher ist es wichtig, Wohn- und Gewerbegebäude nachhaltiger zu gestalten. Und zwar nicht nur im Hinblick auf den CO2-Ausstoß, sondern auch bei der Betrachtung der Bilanz zwischen erzeugter und verbrauchter Energie.
Das bedeutet, Wohn- und Gewerbegebäude nachhaltiger zu gestalten
Nachhaltigkeit bedeutet vielerorts vor allem Neubauten, auch weil die Regierung angedeutet hat, dass in naher Zukunft viel gebaut werden muss, um der Wohnungsknappheit zu begegnen, die zu einem sehr angespannten und engen Wohnungsmarkt geführt hat. Allerdings ist es gut, auch weiterhin den Blick auf bestehende Gebäude zu richten, die gleichzeitig angepasst werden können. Es ist nicht undenkbar, dass Programme oder Optionen für Menschen geschaffen werden, die ein bestehendes Eigenheim oder ein älteres Geschäftsgebäude umbauen möchten, um es besser mit Nachhaltigkeitsplänen in Einklang zu bringen.
Es besteht eine gute Chance, dass in den kommenden Jahren Subventionen oder Programme für Heimbatterien, Isolierung, die Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Quellen (privat oder geschäftlich) und andere Anpassungen geprüft werden, die bestehende Gebäude nachhaltiger machen können. Die Koalition hat bereits zu verstehen gegeben, dass kleine Unternehmen und viele Haushalte mit mittleren und geringen Einkommen mit Hilfen bei der Umstellung rechnen können.
Hilfestellung zur Nachhaltigkeit
Kleine Unternehmen sowie Personen mit mittlerem oder geringem Einkommen können Unterstützung vom Staat erhalten, wenn sie ihr Zuhause oder ihre Geschäftsräume nachhaltiger gestalten möchten. Auch Haushalte, die durch die Wärmenetze mit hohen Energiekosten zu kämpfen haben, werden entlastet. Wenn Sie planen, Ihr Unternehmen nachhaltiger zu gestalten, ist jetzt ein guter Zeitpunkt, die Pläne der Regierung im Auge zu behalten, denn die Chancen stehen gut, dass Sie um Hilfe bitten können.